Münsterland Giro, ein versöhnlicher Saisonabschluss

Halb 5 Uhr Morgens klingelt der Wecker. Alle Klamotten liegen bereit, anziehen, Zähne putzen, vorher was Trinken und eine Banane zu sich nehmen, Auto verstauen und los Richtung Münster.

8 Grad, der Tag erwacht. Ich hatte gut geschlafen und das Training am Tag zuvor lief sehr gut, so das Garmin mir eine „Höchstform“ anzeigte. Da kann man unterschiedlicher Meinung sein, wie treffsicher Garmin da ist- aber das innere Gefühl war Heute immer noch da!

Problemlos im Parkhaus angekommen, Startunterlagen um die Ecke geholt und sich zum Start begeben. Der Anhang suchte sich ein Cafe‘ um zu frühstücken, meins erhielt ich im Auto während der Hinfahrt. Im Block A herzte ich Wolfgang und Maria. Eine lockere Atmosphäre lag über der Straße wie ein Nebel. Zu dritt lauschten wir Marcel Kittel, Hanka Kupfernagel und Co. vor dem Start zu.

Haberich Cycling Crew, FC deutsche Post und Campana Racing Team prägen die ersten Reihen im Block.

Startschuss für das letzte Rennen der Saison. Keine 10 Meter nach der Startlinie fällt eine FC deutsche Post Fahrerin einfach quer mittig vor unsere Füße (keine Ahnung wie/was da passiert ist). Was alle aber wissen – da ist gerade ein Loch von knapp unter 100 Metern auf und haberich bolzt was das Zeug hält!

Vollgas aus dem Kaltstart heraus schnell alleine unterwegs nach maximalen Krafteinsatz fahre ich bis zu Tobias von der Lahr vor

„neuer persönlicher Rekord über 2 Min 434 watt durchschnittlich“.

Meine Lunge brennt so von der kalten Luft das es wirklich schmerzt, ich nehme mein Halsschutz hoch über Nase und Mund obwohl dies die Atmung stört, dafür die Kälte gemildert wird. 30 Meter fehlen uns noch, wir sind am Anschlag und weit im roten Bereich. Hinten kommen 3 Campana Jungs im Teamzeitfahr Modus so schnell vorbeigefahren das ich nicht ans Hinterrad springen kann. Sch…., denke ich mir und sehe eine weitere Gruppe von hinten kommen und spekuliere die Beine etwas hoch zu nehmen um mich an sie anzuschliessen. Nach dieser wilden Startphase finden wir den Anschluss. Das Fahrerfeld beträgt nur knapp 20 Fahrer. Dahinter – nichts!

An Kuriositäten mangelt es Heute nicht. Vor uns geht die Bahnschranke runter. Weit über eine Minute vergeht und von hinten kommen freudestrahlend gut 50 bis 70 Fahrer zu uns dazu.

„Da wären wir nie wieder vorgefahren“ hört man die Erleichterung der Ankömmlinge es aussprechen.

Im Licht und Schattenspiel der Bäume die sich mit Felder abwechselnd wurden wir schon ganz schön mit tiefstehender Sonne geblendet. Einige zu beherzte Bremsungen brachten Unruhe aber keine Stürze.

Jeglicher Versuch vorne sich abzusetzen schlug fehl. Doch auf einem verwinkeltem Weg bei knapp über 40 gefahrenen Kilometern, der eine 90° Kurve nach links und nicht unweit eine sehr scharfe leicht bergauf führende rechts Kurve inne hatte kam nochmals die Tempoverschärfung. Zuvor hatte ich mich nach vorne in Lauerstellung gebracht. Wolfgang erwischte es jedoch und das Feld riss in zwei. An der berüchtigten Perlenschnur fuhren wir um den Anschluss kämpfend hinterher. Die Aktion zeigte Wirkung und so waren wir wieder bei knapp 30 Fahrern. Von hinten kam die Masse jedoch nicht mehr zurück, darunter Wolfgang.

Als nächstes wartete eine rechts/links Kurve über Kopfsteinpflaster bevor es nur noch geradeaus Richtung Ziel geht.  Auch hier wurde das Feld in die Länge gezogen ohne einen weiteren Bruch des Feldes herbei zu führen.

Streckenkenntnis

Macht viel aus wenn man weiß was auf einen zukommt. Da ich letztes Jahr nicht dabei war und die Corona Pandemie das Rennen pausiert hat, war ich im Finale um eine bessere Platzierung überrumpelt worden. Das Feld wird bei der Einfahrt in die Stadt deutlich schneller und unruhiger, jeder will eine gute Positionierung haben. Rechtskurve – ich denke wir sind auf der Zielgeraden – stimmt aber nicht von der rechten Fahrbahnseite fahre ich zur linken rüber und realisiere das ich die Linkskurve vergaß, die Kurve Innen nehmend mit niedrigerem Tempo und zuvor gut 20 Plätze abgebend ging es für mich in einen langen Sprint über viele Hinterräder nach vorne. Vielen ging der Motor aus während ich versuchte noch das beste Resultat zu erzielen. Mein Motor war noch an, aber vorne natürlich die Spitze weg. Lehrgeld bezahlt. Hätte jemand vor dem Rennen gesagt ich werde 27. Gesamt hätte ich sofort unterschrieben. Die letzte Kurve ärgert mich sehr, denn eine TOP 20 Platzierung wäre realistisch gewesen. Trotzdem bin ich sehr froh ohne Sturz mit einer tollen Gesamtsaison ins Ziel gekommen zu sein. Knapp 3 Minuten später folgte Wolfgang und unter 2 Stunden Gesamtzeit auch Maria. Nach dem Rennen konnte Wolfgang auch wieder lachen, obwohl die Saison für ihn persönlich nicht gut gelaufen ist.

 

Maria Dertenkötter                Gesamt 73. Platz, AK 11. Platz

Wolfgang Dertenkötter         Gesamt 93. Platz, AK 18. Platz

Lukas Kurowski                     Gesamt 27. Platz, AK 6. Platz

 

Fazit: Konstanz bewiesen, nun heißt es in den Übergang zu gehen und den Winter zu nutzen. Ich freu mich auf 2023 und unsere neuen und alten Mitstreiter.

 

 

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