Dormagener Glutrennen

Was für ne‘ Hitze – ich schwitze! Dabei sitze ich mit Anhang auf der A3 und merke zu spät das die Leverkusener Rheinbrücke vollgeperrt ist (Tollpatsch). Also umdrehen bei Stau und Richtung Düsseldorf Fleher Brücke. Die Anzeige zeigt wohlige 34°C an. Da geht noch was denke ich mir 🙂 und fahre entspannt nach Dormagen. Auf einem tollen 1,2km Kurs der mir noch nicht bekannt ist gibt es 4 Linkskurven ohne Schwierigkeit. Wobei in der vorletzten Kurve für Entscheidungsmuffel eine Verkehrsinsel einen Aufhänger geben könnte. Viel Schatten im Start/Ziel Bereich. Alles sehr ordentlich und nett mit viel Liebe geplant. Zuschauer finden sich auch in einer ordentlichen Anzahl trotz Hitze ein. TOLL!

Nachdem Rückennummer und Transponder befestigt sind, Kühlakku in den Nacken unters Trikot und warmfahren. Warum warmfahren – bin doch schon am glühen, aber macht ja Sinn den Motor auf die Belastung vorzubereiten, gell?! In der Kürze liegt die Würze und mit knapp 20Km Renndistanz wird das eine wahre Vo2max Schlacht werden. Über 32 Fahrer/innen sind eingeschrieben. 5 Davon nicht am Start und 2 sollten das Rennen nicht beenden – dazu gleich mehr.

Startschuss für das „Hobbyrennen“. Ein junger Triathlet aus Ratingen an der Front und ich an zweiter Position lauernd schauen wie sich die Meute verhalten wird. Belastung bei der Temperatur, Kurven im Renntempo finden haben sich Alle erstmal gedacht. Trotzdem hatte ich zum Start stattliche >1100 Watt stehen. Und es sollte sich um die 300 Watt plus einpendeln. Mich aus dem Wind haltend arbeitete ich an meiner Positionierung zwischen Platz 3 und 7. Zur Rennhälfte krachte es hinter mir einmal, was jedoch wie ein Einzelsturz wirkte und glimpflich ausging. Das Feld wurde zu der Phase auseinander gerissen. Nach 3 Runden hatten wir den ersten Überrundeten. Ihm folgten Rasch bis zur Rennmitte über ein Dutzend weitere Fahrer/innen. Eine Zwischenprämie stand an. Also wurde das Tempo weiter forciert. Bewußt über mögliche Lücken die durch den Sprint entstehen werden war ich wach um den Anschluss nicht zu verpassen.

„Keine Kurve unter 900 Watt Antritt“.

Knapp 18 Min ist das Rennen alt. Das Tempo ist horrend. Distl vom Casa Cyclista Team wirkt frisch und stampft mit Adamczenki,Fuhrmann, Wilms und Press weit über meiner Schwelle in die Pedale. Eine kleine Lücke, vielleicht 10 Meter, 15 Meter JETZT SCHLIESSEN! Ich warte- denn 3 Jungs sind vor mir, haben aber im Prämiensprint sich aufgerieben.Mist.

Zu lange, jetzt muss ich gehen!

Knapp unter 400 Watt drückend nach submaximalen Antritt versuche ich die Lücke zu schliessen. Von hinten kommt keine Hilfe, eine kleine Lücke zu mir ist auch da. Die Jungs können nichts mehr draufsetzen. Allein gehe ich ein – der Mund ist Staubtrocken als ob mit dem Fön die Zunge bearbeitet wird.

5 Sind weg und wir 4 dahinter. In dieser Phase ereignete sich in der zweiten Linkskurve ein Einzelsturz bei dem sich ein junger Fahrer schlimmer verletzt hat. Das Rennen ging dabei weiter und das Führungsfahrzeug fuhr auch bei dieser „Engstelle“ mehrfach am Verunfallten vorbei. Die Sanitäter waren nach knapp 6-8 Min vor Ort. Sprich 4 Runden, 4 x am Fahrer vorbei dem schon Zuschauer zur Hilfe herbeigelaufen waren. In der letzten Runde hielt dann das Führungsfahrzeug wegen bergendem Rettungswagen an. Das Rennen wurde abgebrochen und die Platzierungen genommen wie die letzten Transponder ausgeschlagen haben.

 

TOP 10 war mein Ziel. Platz 8. sprang heraus. Zufrieden mit der eigenen Leistung, aber in Gedanken beim Sturzopfer war dies kein schönes Ende. Zumindest sahen wir wie er seine Extremitäten bewegt und dies ist ja schon mal ein gutes Zeichen.

Rundenbestzeit 43,7km/h bei 1 Min 39 Sek

309 Watt Normalized Power

Max. Power 1.103 Watt

Durchschnittsgeschwindigkeit 42km/h bei 9 Sekunden Rückstand auf die Führungsgruppe

 

Soweit zur „Hobbyklasse! Wer nicht über 300 Watt Schwelle besitzt hat hier nix zu kammelen. Fokussierung heißt nun die Devise um sich weiter bis zum Münsterland Giro zu entwickeln.

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