Jedermannrenen Heinsberg Oberbruch – mehr mutig sein

Sonntag ist bekanntlich Raceday. Also die Family ins Auto geladen und ab nach Heinsberg am Garzweiler 2 vorbei. An alter Wirkungsstätte im ersten Rennen des Tages hat man das Privileg sich auf der Strecke warm fahren zu dürfen.

Der Hauptwettkampf des Jahres rückt näher und die Formkurve zeigt deutlich nach oben. Heinsberg soll eine Standort Bestimmung sein. Kilos purzeln, Wattwerte steigen, ebenso wie die VO2max, Beine fühlen sich stark an, viele persönliche Rekorde purzelten in der jüngsten Vergangenheit – aber ein Rennen bleibt ein Rennen!

Knapp 17 Fahrer fanden sich um 11 Uhr Vormittags am Start ein. Erstmal wurde Norbert Sternkopf nach langer Abstinenz geherzt, Erik Fischer zum Sieg in Stadtlohn beglückwünscht und die herzliche Stimmung des Ausrichters RV Diana eingefangen. Etwas aufgeregt war ich schon, da ich mir mehr als TOP 10 erhofft habe.

PENG und los gehts. In einem Sprint schossen die DKS Jungs Schmidt und Pessara mit Fischer vom Blitz Spich die erste halbe Runde davon und rissen sofort das Feld weg. TOLL, echt mies gelaufen denke ich. Da bleibt noch maximal die Holzmedaille. Im Hauptfeld reihe ich mich im Mittelfeld ein und beobachte das Geschehen und die nicht harmonierende Gruppe. Die erste Nervosität legt sich und die Kurven sind Heute nicht meine Freunde, so dass ich immer eine kleine Lücke schliessen muss. Dies kostet natürlich Energie, aber ein echtes Problem stellte es nicht dar. So zählten wir die Runden runter. Bei 18 von 30 zu absolvierenden Runden fragte mich ein Fahrer in rotem Anzug, ob ich noch was in den Beinen hätte – ich sagte klar. Das Tempo hatte sich bei 40km/h eingependelt was mir keinerlei Schwierigkeiten bescherte ihm zu folgen. 18 Runden war für mich jedoch etwas früh zur Attacke zu blasen. Mein Plan war 7 Runden vor Schluß alles rauszuhauen wie letztes Jahr in Oberhausen. Getrieben von meinem Sohn am Streckenrand „Papa Vollgas! Was machst du da hinten“ hielt ich es bis 15 Runden vor Schluß nicht mehr aus.

Das Tempo wurde verschleppt und ich ging ALL In nach der Kurve in die Zielgerade. Da klaffte eine Lücke von 40m und Andy Geidel gesellte sich zu mir und bestätigte das wir weg seien. Anscheinend folgte er mir im Windschatten – PERFEKT dachte ich mir und ermutigte ihn mich im Wind abzulösen. Aber dies passierte nicht, erstaunt blickte ich ihn an und nach Hinten. Die Lücke war immer noch da. Er nahm resignierend die Beine hoch und ich nur halbwegs das Tempo wieder auf. Was nun?, durchziehen allein oder in der Gruppe einen zweiten Anlauf wagen?

5 Sekunden Blitzgewitter im Kopf und sich erneut auf der Zielgerade befindent kommt von Hinten der Fahrer in rot an mir vorbei und zieht erneut das Feld auseinander. Eine Lücke von knapp 10m besteht noch und ich signalisiere ihm meine Kooperation. Doch auch er lässt die Beine hochnehmen. Enttäuscht über die ausgelassenen Möglichkeiten lasse ich mich ins Feld eingliedern und schnauffe nochmals durch um auf eine neue Möglichkeit zu warten.

Von Hinten kam dann die Dampflock Schmidt an der Spitze des Rennens an uns vorbeigerast. In seinem Windschatten zogen Geidel und der Fahrer in rot vorne weg. Den Zug verpasste ich leider. Somit blieb maximal Platz 6 noch übrig. Unharmonisch blieb die Gruppe bis zum Zielsprint, bei dem ich in der vorletzten Kurve mich versteuerte und 2 Plätze verlor. Um in der letzten Kurve vor dem Ziel den Anschluß wieder hergestellt zu haben. Mit dem Tigersprung fing ich noch knapp 1 bis 2 Fahrer auf der Linie ab und wurde 8. Gesamt.

 

Fazit: Beine nach dem Rennen noch nie so locker gewesen. Etwas traurig darüber, das die Performance trotz Fähigkeiten nicht passte. Mehr Mut – denn wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Mit den Wattwerten die am Ende auf dem Tacho standen war ich erstaunt was eigentlich zur Zeit drin gewesen wäre. Nun heißt es fokussiert bleiben und da weitermachen was ich mir hart erarbeitet habe, denn die Werte explodieren förmlich, auch wenn das Ergebnis dies nicht deutlich wiederspiegelt.

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